Besser schneiden

Schönes Messer in schöner Verpackung. Die Besonderheit sieht man so aber nicht.

Messer in der Küche – das ist ein schwieriges Thema, finde ich. Jeder hat da ganz eigene Vorstellungen. Ich auch. Manche gehen offenbar hauptsächlich nach Aussehen, andere nach (Klingen-)Material und Härte. Größe und Form sind je nach Zweck natürlich auch entscheidend. Das Gewicht ebenso. Logisch.

Ich verwende bisher am häufigsten und am liebsten ein paar billige Schnibbel- und Tourniermesser (Typ Marsvogel, Zwilling, Otter, Herder…, wie schon bei Oma in Gebrauch) zum Schälen und für kleine Sachen wie Knoblauch etc..

Favorit für vieles andere und ein paar Nummern größer war ein schon ziemliches altes Ikea-Messer mit hellem, genieteten Holzgriff. Ich weiß nicht, wer das mal für die gebaut hat, aber er hat einen guten Job gemacht. Es ist gut. Nicht extrem super toll, aber gut.

Dann haben wir noch ein paar Spezialisten für verschiedene Zwecke – Schinkenmesser, Filetiermesser (ebenfalls Ikea) und so weiter. Teils gekauft, teils ererbt. Darunter auch große Messer, die sicher schon dem einen oder anderen Hausschwein den Garaus gemacht haben.

Dann habe ich noch zwei günstige Santokus von TCM (Schulte Ufer?), die zwar schön aussehen, ganz gut verarbeitet sind und sich auch leidlich schärfen lassen. Aber man kriegt damit nur wenig vernünftig geschnitten, weil die Schnitte immer »wandern«. Und das hasse ich. Gefährlich ist es auch. Vielleicht lässt sich das mit einem neuen Grundschliff noch was machen. Aber außerdem sind die Griffe zu viel dünn. Man verkrampft sehr schnell.

Nicht direkt ein Kochmesser, aber ein großartiges Universalmesser mittlerer Größe ist eines von Omega – einem lange verschwundenen Hersteller aus Solingen -, das meine Frau auf dem Flohmarkt spottbillig ergattert hat. Das hat sie gut gemacht!

Die beiden Neugänge STEHEN auf meiner Arbeitsplatte.

Lange habe ich mich davor gedrückt, weitere neue und bessere Messer zu kaufen.

Warum ich das erzähle? Weil ich mir zum Geburtstag zwei neue Messer gegönnt habe. Ohne mich dafür verschulden zu müssen. »Porsche Design« hat bei mir einen guten Klang, seit ich vor bald 40 Jahren meine erste Contax RTS gekauft und das nie bereut habe. Ich hoffe zuversichtlich, dass das auch bei den beiden neuen Messern so sein wird.

Es handelt sich um ein Chroma P-18 aus japanischem 301er Stahl in 20 cm. Und als Ergänzung ein kleines Schäl- und Offiziersmesser Chroma P-09 aus demselben Stahl mit 7,7-cm-Klinge. Was mich überzeugt hat, war dieser Text.

Ich glaube nicht, dass ich mich verkauft habe. Bestellt habe ich bei kochmesser-shop.com. Superschnelle Lieferung, gute Ware, freundlich – vorbehaltlos zu empfehlen. Als ich das große Kochmesser ausgepackt und erstmals in die Hand genommen habe, dachte ich: Genau meins. Wie für meine Hand gemacht. Sehr scharf!

Das Ding mit dem Knopf funktioniert erstaunlich gut.

Das Ding mit dem Knopf, der Perle, dem Pinöckel. Erst, vor dem Kauf, dachte ich: Hm, könnte auch so ein typisches Marketing-/Designding sein. Irgendwie nett, aber eigentlich sinnlos. Doch es funktioniert tatsächlich.

Und was auf praktisch allen Fotos von den Messern NICHT zu sehen ist: Das Ende des Griffs ist verbreitert. Das ist genial. Erstens kann man die Messer tatsächlich hinstellen. Und zweitens schmiegen sie sich in die Hand und man kann sie gut führen und sehr leicht den nötigen Schneiddruck aufbringen. Ich habe mal auf die Schnelle ein paar Bilder gemacht, die das verdeutlichen.

Breit ist besser als schmal. Wie für meine Hand gemacht.

Für mich hat sich die Sache mit dem Porsche Design wieder mal bewährt. Wie sich die Messer im Alltag machen, darüber werde ich später berichten.

Und meine nächsten Messer werden sowieso Marke Eigenbau. Meine Kreissäge braucht eh ein neues Blatt. Und der Neffe arbeitet in einer Härterei. So what could possibly go wrong? ;)


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