Volksverhetzender Kommentar der Deutschen Welle

Einsame Beerdigung eines Corona-Opfers in Bergamo.
Einsame Beerdigung eines Corona-Opfers in Bergamo.

Schon gestern habe ich mich mächtig aufgeregt über diese ungeheuerliche Schweinerei auf der Webseite der Deutschen Welle – gehört zur öffentlich-rechtlichen ARD. Damit sich das nicht in meinem Corona-Mikroblog versendet, habe ich mich entschieden, dem Thema hier noch einmal separat ein paar Zeilen zu widmen. Ob es was nutzt, weiß ich nicht. Ist aber auch egal. Es gehört gesagt.

Ich habe in Jahrzehnten noch nie ernsthaft erwogen, wegen irgendwas den Presserat anzurufen – dazu bin ich generell zu entspannt -, aber diesmal wäre es angebracht. 1)Wenn ich was zu meckern habe, mache ich das normalerweise hier.

Wie kann man, in einer Zeit, in der weltweit Menschen zu Tausenden elendig krepieren – ältere Menschen zu fast 100 Prozent nota bene -, diesem prekär lebenden Berliner Looser – Joel Dullroy UG (haftungsbeschränkt) – mit seinem »journalistischen« Bauchladen eine Plattform bieten, um sich auszukotzen und die vollkommen unschuldigen Opfer auch noch zu verhöhnen? Ich komme da nicht mit.

Dieser »Kommentar« ist dermaßen abscheulich, empathiefrei, idiotisch, menschenverachtend und, ja, volksverhetzend, dass ich nicht glauben kann, dass jemand aus der Redaktion der ansonsten wirklich seriösen Webseite der Deutschen Welle dieses Machwerk eines freien Mitarbeiters abgesegnet hat. Und da geht es nicht um Geschmack oder politische Einstellung oder Meinung. Mal unter uns Kollegen: Joel Dullroy kommentiert nicht, der macht unter sich.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=qlngvZV0iTw

 

Im norditalienischen Bergamo bringt eine Kolonne von Militärlastwagen die Leichen von Covid-19-Opfern zur Verbrennung in andere Orte, weil das lokale Krematorium mit der Menge an Körpern überfordert ist. So sieht das tatsächlich aus, wenn laut Deutsche Welle »viele junge Menschen gerade ihre Lebensgrundlage aufgeben, damit die Alten weiterleben können«.

Vorgestern starben in Italien 475 Menschen – an nur einem Tag. Am Freitag waren es 600 neue Corona-Tote an einem Tag.

Das vor Augen, lese man bitte und lasse ganz langsam einsickern, was dieser in Berlin lebende Australier Joel Dullroy als freier Mitarbeiter namens und auf Rechnung der Deutschen Welle absondern darf.

Mein Freund Riccardo aus dem norditalienischen Bergamo, der die Apokalypse gerade am eigenen Leib erlebt, ist empört und hat für dieses Schurkenstück nur ein Wort: »Absurd!«

Und wenn Dullroy als »Entschädigung« in seiner »conclusio« für das erlittene Unrecht eine »Zukunft ohne fossile Brennstoffe« einfordert, so würde ich meinen: Sein Heimatland Australien ist der größte Kohleproduzent und -nutzer weltweit. Wenn er also ein Betätigungsfeld als Umweltaktivist sucht, darf er sich meinetwegen gerne und möglichst zügig nach Down Under verfügen. Da hat er jahrelang zu tun.

Good riddance, asshole!

Man muss sich diese Ungeheuerlichkeiten aus der Feder des Deutsche-Welle-Autoren mal auf der Zunge zergehen lassen.

Denn viele der älter gewordenen Babyboomer sowie die ganz Alten verdanken ihr weiteres Leben der Selbstlosigkeit dieser jungen Leute.

Der einzige leicht zu verschmerzende Verlust durch das Coronavirus ist der Mythos der verwöhnten und selbstsüchtigen Millenials.

Sagen wir es klar und deutlich: Viele junge Menschen geben gerade ihre Lebensgrundlage auf, damit die Alten weiterleben können.

Wir vollziehen als Gesellschaft eine bewusste Überreaktion, um das Leben der Schwächsten zu retten.

Wie bitte????

»Leicht zu verschmerzender Verlust?« »…, damit die Alten weiterleben können«? »…bewusste Überreaktion«, »…Selbstlosigkeit dieser jungen Leute…«?

Ich habe selten einen derartig bekloppten Bullshit gelesen. Der Deutschen Welle wahrlich unwürdig. Frage mich, wer in der Redaktion das abgesegnet hat. Dafür hat der Honorar bekommen? 2)Nebenbei verbreitet er diesen geistigen Dünnschiss auch noch auf Twitter.

Habt ihr das übersetzt und auch auf den italienischen Dienst gegeben? Habt ihr euch das getraut, Kollegen?

Dullroy glaubt beobachtet zu haben: »Die Menschen sind wieder menschlicher geworden.«

Sich selbst kann er damit nicht gemeint haben.

Seine Vorfreude auf das bedingungslose Grundeinkommen hingegen kann ich aus seiner Perspektive ganz und gar nachvollziehen.

Und wenn ich diesen »Kommentar« einer US-amerikanischen Flötistin auf der Webseite der Deutschen Welle lese, könnte ich gleich die nächste Philippika starten. Ich belasse es mal bei einem Wort: Trump.

Was ist nur bei diesem Sender los?


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Anmerkungen   [ + ]

1. Wenn ich was zu meckern habe, mache ich das normalerweise hier.
2. Nebenbei verbreitet er diesen geistigen Dünnschiss auch noch auf Twitter.

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